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Ruhr Nachrichten vom 30.06.2007, auf der Homepage seit dem 30.06.2007

Probleme mit dem „Kreuz“

DüBoDo-Gegner bereiten Klage gegen Außenring-Anschluss mit A 40 vor

STAHLHAUSEN Noch drei Wochen Zeit bleiben den Westkreuz-Gegnern, um ihre Klage gegen den A40-Anschluss an den Donezk-Ring zu begründen. Es ist Ferienzeit, auch Rechtsanwälte haben jetzt keinen vollen Terminkalender. Arbeit genug aber gibt es in der Bochumer Kanzlei Czapracki-Mohnhaupt. Der Anwalt ist Sprecher der Bürgerinitiative gegen die DüBoDo und bereitet zurzeit eine Klage beim OVG Münster vor.

Am 19. Juni endete im Rathaus die Auslegung des Planfeststellungsbeschlusses. Der Monat danach reicht schon in die Ferien hinein, was die Arbeit nicht gerade erleichtert, wie Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt klagt: „Der Termin scheint wieder mal absichtlich so gelegt, um uns das Leben schwer zu machen.“ Der Kollege ist gerade in Urlaub, der wichtige Schadstoffexperte sogar noch bis 13. Juli weg; und am 19. Juli muss die Klageschrift stehen.

Dabei tanzen wir jetzt ja schon auf zwei Hochzeiten“, spielt der Anwalt auf die Klage gegen den kürzlich begonnenen A 40-Ausbau an (wir berichteten). Und die dritte „Braut“ steht mit dem Planfeststellungsbeschluss zur Opel-Querspange schon vor der Tür.

Aber jetzt heißt es für die Verkehrsinitiative erstmal: Konzentration aufs Westkreuz. Das hängt unmittelbar mit der Erweiterung der A 40 auf sechs Spuren im Raum Wattenscheid zusammen (Gesamtkosten rund 96 Mio. Euro). Der nahtlose Schnellstraßenübergang von

Da kriegen wir Staus wie jetzt auf der A 40. CZAPRACKI-MOHNHAUPT

der Anschlussstelle Stahlhausen in den Außenring, soll die leidige Ampeleinmündung an der Bochumer Straße ersetzen. Mit weit reichenden Folgen, wie es auch das Gutachten des IVV-Ingenieurbüros Aachen prognostiziert: eine Zunahme des Verkehrs auf dem Ring um bis zu 60 Prozent, wodurch die Hälfte der Strecke um bis zu 50 Prozent überlastet sein wird - „da kriegen wir dann Staus, wie jetzt auf der A 40“, befürchtet Czapracki-Mohnhaupt.

Arnsberg tut nichts“

Er hat dabei nun nicht unbedingt die Interessen der Autofahrer im Sinn, vielmehr die der Anlieger - auch an den Ausfallstraßen zum Ring. Vor allem wegen der Feinstaubbelastung und des Verkehrslärms. Während Verkehrsgutachter Lohmeyer das Westkreuz dennoch für unbedenklich hält (seine Belastungsschätzungen werden jedoch u.a. auch von den Grünen angezweifelt), sieht der DüBoDo-Sprecher auch Arnsberg mit regionalen Luftreinhalteplänen in der Pflicht: „Die machen aber nichts; ich befürchte, man schiebt das noch durchs ganze Jahr auf.“

Mit der Konsequenz, dass den Klägern vor dem OVG wichtige Argumente fehlen. Czapracki-Mohnhaupt vermutet dahinter „berechnende Taktik“: „Das macht ärgerlich.“

 Joachim Stöwer

 

Das Westkreuz ist Teil der dreistufigen „Bochumer Lösung“, die vor zehn Jahren von Wolfgang Clement (Staatskanzlei NRW) und Dr. Norbert Lammert (Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium) ausgehandelt worden ist.

Mit der ersten Stufe - Erweiterung der A 40 auf sechs Spuren zwischen Stahlhausen Anschlussstelle Gelsenkirchen -  wurde schon im Mai begonnen, obwohl noch eine Klage beim OVG Münster anhängig ist; sie hatte aber keine aufschiebe Wirkung.

Es steht noch der Planfeststellungsbeschluss für die Opel-Querspange A 44 als Verbindung zwischen dem Nordhausen-Ring und dem BAB-Kreuz Bochum Witten (A43/A44) aus.

Ruhr Nachrichten, 30. Juni 2007


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