zurück zur Pressearchiv-Seite
 zurück zur Aktuell-Seite

als PDF-Dokument herunterladen

Ruhr Nachrichten vom 29.12.2006, auf der Homepage seit dem 29.12.2006

Maßnahmen gegen Feinstaub beinahe wirkungslos

Weiter massive Grenzwert-Überschreitung

Essen/Düsseldorf Die Städte in NRW kämpfen weiter mit zu hoher Feinstaubbelastung. An zwölf Messstationen ist der zulässige Grenzwert im Jahr 2006 häufiger als an den erlaubten 35 Tagen pro Jahr überschritten worden, wie aus Daten des Landesumweltamtes von gestern hervorgeht. Spitzenreiter sind Dortmund mit 80 so genannten Überschreitungstagen sowie Krefeld mit 75 Tagen. In Essen (Gladbecker Straße) und Duisburg waren es 60, in Düsseldorf 58 Tage. Die Werte machten deutlich, dass die nach in Kraft treten der EU-Feinstaubrichtlinie im Jahr 2005 ausgesprochenen lokalen Fahrverboten für LKW nicht ausreichten, sagte Babette Winter, Sprecherin des Landesumweltamtes.

In ersten Gegenmaßnahmen hatten die betroffenen Städte im Jahr 2005 vor allem schwere Brummis mit Straßensperrungen aus dem direkten Umfeld der Messstationen verbannt. Auch so genannte Pförtnerampeln begrenzen seitdem den Verkehrsfluss an den stark belasteten   Strecken.   „Das  hilft aber nicht viel, wie die Werte zeigen“, sagt Babette Winter: „Die Spitzenreiter aus den letzten Jahren sind die gleichen geblieben“.

Im Jahr 2005 hatten 13 Stationen in NRW mehr als 35 Überschreitungstage verzeichnet. Schon damals lag die Brackeler Straße in Dortmund mit 83 (2004: 97) an der Spitze, ebenfalls stark betroffen war bereits die Corneliusstraße in Düsseldorf mit 69 Tagen (2004: 83).

Vor allem in den verkehrsreichen Ballungsgebieten könnten einzelne Straßensperrungen und LKW-Umleitungen kaum dabei helfen, die Feinstaubbelastung zu senken, sagt Winter. „Werden dort einzelne Strecken gesperrt, sind schnell andere Stadtteile oder Nachbarstädte betroffen.“ Das Landesumweltamt setzt daher etwa im Ruhrgebiet auf einen „Gesamtplan“ für die Region, der die Verkehrsflüsse im Revier neu regeln könnte. Eine Machbarkeitsstudie für einen solchen Plan sei bereits in Auftrag gegeben worden, hieß es im Düsseldorfer Landesumweltministerium. dpa

Ruhr Nachrichten, 29. Dezember 2006


 zum Seitenanfang
 zurück zur Pressearchiv-Seite