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Ruhr Nachrichten vom 28.05.2009, auf der Homepage seit dem 28.05.2009

Einen Meter gegen Lärm

Bürgerinitiative kämpft weiter für Ruhe am Oviedo-Ring

WEITMAR Lärmschutz am Oviedo-Ring, die Bürgerinitiative Bärendorf hat ihr Anliegen nochmals auf die politische Agenda der Stadt gesetzt. Nach dem Verkehrsausschuss hat sich gestern die Bezirksvertretung erneut mit dem Thema beschäftigt – mit ähnlichem Ergebnis

Von Benedikt Reichel

WEITMAR Lärmschutz Manfred Feldmann weiß nicht recht, ob er darüber lachen oder seiner Wut freien Lauf lassen soll. Er hält ein gelbes Maßband an die Betonwand.

Vom Boden bis zur Stiefmütterchen-Rabatte sind es gerade Mal einen Meter. „Lärmschutz für die Anwohner der Feuerbachstraße ist das nicht“, sagt Feldmann. Er wohnt in der Feuerbachstraße. Er hört täglich die etwa 32 000 Autos, die den Oviedo-Ring passieren. Er hört auch, wenn sie schneller fahren, als die erlaubten 80 km/h. Und er kämpft zusammen mit der Bürgerinitiative Bärendorf seit langem für Lärmschutz.

Es ist noch keine halbe Stunde her, da hat Dieter Töpfer von der städtischen Verkehrsplanung in der Sitzung der Bezirksvertretung Südwest behauptet, es gebe bereits Lärmschutz an der Feuerbachstraße. Er sagte, es gebe keinen Rechtsanspruch für die Anwohner – weil die Grenzwerte nicht überschritten würden.

Die Anwohner sehen das anders. In einem 30-seitigen Positionspapier legen sie ihren Ärger penibel genau dar. Sie haben selbst sogar nachgemessen. „Messen ist nicht zulässig“, sagt Dieter Töpfer. Die Lärmbelastung könne nur anhand einer komplizierten Rechnung ermittelt werden, um situationsbedingte Variablen wie Wind und Regen auszuschließen.

Akten unter Verschluss

„Wir fordern seit langem die ermittelten Werte einzusehen“, sagt Werner Sczesny von der Bürgerinitiative. Vergeblich. Die Akten sind unter Verschluss. Die Stadt sagt: Es bestehe zurzeit kein akuter Handlungsbedarf. Überhaupt, soll der Oviedo-Ring voraussichtlich im kommenden Jahr zur Bundesautobahn werden. Dann müsse die Verkehrsentwicklung nochmals geprüft werden. Und dann sei der Bund verantwortlich.

Den Anwohnern ist damit nicht geholfen. Dabei sind sie bereit, von ihrer Maximalforderung, der Eintunnelung des Oviedo-Rings, abzurücken. „Eine Überwachung der Geschwindigkeit würde schon viel bringen“, sagt Werner Szcesny. „Oder eine Plastikscheibe über der einen Meter hohen ‚Schallschutzwand‘“, fügt Werner Feldmann hinzu. Er zeigt auf eine nahe gelegene Brücke über dem Ring. Dort gibt es diese Form des Lärmschutzes. Aber dort wohnt niemand.

Ruhr Nachrichten, 28. Mai 2009


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