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WAZ vom 28.04.2007, auf der Homepage seit dem 29.04.2007

Samstag, 28. April 2007

Vor 50 Jahren

WAZ-RÜCKBLENDE

Der damalige Bochumer Stadtbaurat Linz muss ein Mann mit Weitblick gewesen sein. Dies lässt sich jedenfalls aus einer Rede schließen, die er im April 1957 vor dem Verkehrsverein Langendreer-Werne hielt.

„Wenn wir uns heute für einen sinnvollen Städtebau einsetzen, der unmittelbar dem Wohl der Menschen dient, wenn wir Grünflächen, Erholungs- und aufgelockerte Wohngebiete schaffen, wenn wir Industrie und Verkehr in Schranken halten, die ihnen zwar ihr Recht lassen, aber dafür sorgen, daß sie nicht wie Krebsgeschwüre einen sowieso nicht ganz gesunden Organismus überwuchern, dann wird die Zukunft uns recht geben."

Die Fehler der Gründerzeit dürften keine Wiederholung finden, forderte er. Linz sagte dann weiter: „Wir sollten in unseren Bemühungen, unseren Bürgern Bochum zu einer Heimat zu machen, nicht nachlassen. Wir sollten nicht vor dem Moloch Verkehr und dem goldenen Kalb Wirtschaft kapitulieren." Gemachte Schäden könnten nur mit ungeheurem Aufwand wiedergutgemacht werden.

Der Stadtanzeiger berichtete weiter über den Vortrag des Stadtbaurates: „Daß der Mensch im Mittelpunkt stehe, dies Wort ist in den letzten Jahren von Prominenten auch in Bochum oft gesagt worden. Zumeist auf Feiern.

Die Wirklichkeit sieht leider anders aus, wenn man nur daran denkt, daß täglich tonnenweise Ruß und Staub auf die nur scheinbar unendliche Himmel-Kippe geschüttet werden.

Die Luftverschmutzung hat gerade in den letzten Tagen ein Maß erreicht, daß technisch durchaus mögliche Maßnahmen im Interesse der gesunden Stadt nicht länger mehr hinausgezögert werden können."  -tz


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