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WAZ WAT / WAZ vom 26.03.2008, auf der Homepage seit dem 26.03.2008

Autobahn-Ausbau

A 40: Ersatzbäume werden abseits der Trasse gepflanzt

Wattenscheid. 25 000 Quadratmeter Fläche hat der Landesbetrieb „Straßen NRW” entlang der A 40 allein zwischen der Stadtgrenze zu Essen und der Brücke Walzwerkstraße abholzen lassen. Ersatzpflanzungen gibt es zum größten Teil nur abseits der Trasse.

Genau darüber ärgert sich Horst Ley, stellvertretender Vorsitzender des Umweltschutzvereins Pro Grün, gewaltig: „Das hilft den Wattenscheidern nicht, die davon betroffen sind.”

Nördlich der A 40 zwischen Leither Bach und Steeler Straße, neben dem neuen Regenrückhaltebecken, sollen 41 000 qm (4,1 Hektar) Ackerland bepflanzt werden, sagt Guido Hütte von „Straßen NRW”. „Dieser Standort steht im direkten räumlichen Zusammenhang, liegt aber nicht direkt an der Trasse”, so Hütte. Die Fläche habe der Landesbetrieb extra dafür von der Stadt Bochum gekauft.

Die abgeholzte Fläche entlang der 3,1 Kilometer langen A 40-Trasse bleibt aber auch nicht völlig kahl. Von den 25 000 qm sollen 17 000 qm wieder begrünt werden – etwas weiter nach hinten verlegt, weil ja eine zusätzliche Fahrspur gebaut wird. Hier bleibt eine Differenz von 8000 qm, die nicht bepflanzt werden können, weil nach dem A 40-Ausbau kein Platz dafür ist.

Ärgerlich für die davon betroffenen Wattenscheider: Statt durch hohe Bäume werden ihre Häuser und Wohnungen dann durch niedrigere Lärmschutzwände von der Autobahn getrennt. „Die neuen Lärmschutzwände sind besser als die alten”, sagt Hütte. Aber nicht so schön grün.

Die Flächen für die Ersatzpflanzungen sind insgesamt wesentlich größer als die abgeholzten. „Weil wir auch die Neuversiegelung durch die neue Autobahnspur ausgleichen müssen”, erklärt Hütte. 24 000 qm würden in diesem Bauabschnitt neu versiegelt. Unterm Strich stehen also 49 000 qm abgeholzte oder versiegelte Fläche 58 000 qm Fläche für Ersatzpflanzungen gegenüber.

„Im trassenfernen Bereich in Leithe führen wir die Ersatzpflanzungen im kommenden Winterhalbjahr durch”, sagt Hütte. Also erst nach Beginn der Bauarbeiten. Allerdings ist im Planfeststellungsbeschluss des NRW-Verkehrsministeriums aus dem Jahr 2006 festgeschrieben, dass diese Pflanzungen „spätestens mit Baubeginn einzuleiten und grundsätzlich innerhalb eines Jahres abzuschließen” sind.

Auf den ersten Blick also ein Verstoß. Entscheidend ist aber das Wörtchen „einleiten”. „Die Ersatzpflanzungen dort werden in Kürze ausgeschrieben. An der Ausschreibung wird gearbeitet.” Darunter ist also anscheinend eine „Einleitung” zu verstehen.

Für Horst Ley von Pro Grün reichen die Ersatzpflanzungen nicht aus: „Das ist nur ein quantitativer Ersatz, aber kein qualitativer. Es gibt nur eine Möglichkeit, die A 40 umwelt- und menschenverträglich auszubauen. Und das ist die Deckelung.”

WAZ Wattenscheid, 26. März 2008

 

Ersatzbäume kommen auf den Acker

Von Timo Günther

Was an der A 40 abgeholzt und versiegelt wird, will „Straßen NRW“ abseits der Trasse ausgleichen. 4,1 Hektar am Leither Regenrückhaltebecken werden bepflanzt. Pro Grün: Das hilft den Anwohnern nicht

25 000 m2 Fläche hat der Landesbetrieb „Straßen NRW“ entlang der A 40 allein zwischen der Stadtgrenze zu Essen und der Brücke Walzwerkstraße abholzen lassen. Das Gesetz schreibt Ersatzpflanzungen vor. Diese werden auch vorgenommen - allerdings zum größten Teil abseits der Autobahntrasse. Genau darüber ärgert sich Horst Ley, stellvertretender Vorsitzender des Umweltschutzvereins Pro Grün, gewaltig: „Das hilft den Wattenscheidern nicht, die davon betroffen sind.“

Nördlich der A 40 zwischen Leither Bach und Steeler Straße, neben dem neuen Regenrückhaltebecken, sollen 41 000 m2 (4,1 Hektar) Ackerland bepflanzt werden, sagt Guido Hütte von „Straßen NRW“. „Dieser Standort steht im direkten räumlichen Zusammenhang, liegt aber nicht direkt an der Trasse“, berichtet Hütte. Die Fläche habe der Landesbetrieb extra dafür von der Stadt Bochum gekauft.

Die abgeholzte Fläche entlang der 3,1 Kilometer langen A 40-Trasse bleibt aber auch nicht völlig kahl. Von den 25 000 m2 sollen 17 000 m2 wieder begrünt werden - etwas weiter nach hinten verlegt, weil ja eine zusätzliche Fahrspur gebaut wird. Dort bleibt eine Differenz von 8000 m2, die nicht bepflanzt werden können, weil nach dem A 40-Ausbau kein Platz dafür ist.

Ärgerlich für die davon betroffenen Wattenscheider: Statt durch hohe Bäume werden ihre Häuser und Wohnungen dann durch niedrigere Lärmschutzwände von der Autobahn getrennt. „Die neuen Lärmschutzwände sind besser als die alten“, sagt Hütte. Aber nicht so schön grün.

Die Flächen für die Ersatzpflanzungen sind insgesamt wesentlich größer als die abgeholzten. „Weil wir auch die Neuversiegelung durch die neue Autobahnspur ausgleichen müssen“, erklärt Hütte. 24 000 m2 würden in diesem Bauabschnitt neu versiegelt. Unterm Strich stehen also 49 000 m2 abgeholzter oder versiegelter Fläche
58 000 m2 Fläche für Ersatzpflanzungen gegenüber. „Im trassenfernen Bereich in Leithe führen wir die Ersatzpflanzungen im kommenden Winterhalbjahr durch“, sagt Hütte. Also erst nach Beginn der Bauarbeiten. Allerdings ist im Planfeststellungsbeschluss des NRW-Verkehrsministeriums aus dem Jahr 2006 festgeschrieben, dass diese Pflanzungen „spätestens mit Baubeginn einzuleiten und grundsätzlich innerhalb eines Jahres abzuschließen“ sind.

Auf den ersten Blick also ein Verstoß. Entscheidend ist aber das Wörtchen „einleiten“. „Die Ersatzpflanzungen dort werden in Kürze ausgeschrieben. An der Ausschreibung wird gearbeitet“, erläutert Hütte. Darunter ist also anscheinend eine „Einleitung“ zu verstehen.

Für Horst Ley von Pro Grün reichen die Ersatzpflanzungen nicht aus: „Das ist nur ein quantitativer Ersatz, aber kein qualitativer. Es gibt nur eine Möglichkeit, die A 40 umwelt- und menschenverträglich auszubauen. Und das ist die Deckelung.“

WAZ, 26. März 2008


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