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WAZ vom 25.09.2007, auf der Homepage seit dem 25.09.2007

BLICKPUNKT MITREDEN! WAZ LESEN.

 

 

Dreierpack für 137 Mio Euro

 

 

„Wann wird die DüBoDo überhaupt nochmal fertig?“ möchte WAZ-Leser Peter Notzke wissen.

Um darauf Antwort zu geben, muss man zunächst die „Bochumer Lösung“ verstehen

 

 

 

Blick von der Brücke Alten Ümminger Straße: Hier endet heute die A 44. Von Witten kommend, geht es entweder auf die A 43 oder die B 226 (Wittener Straße). Über die Querspange“ würde die Autobahn weiter bis zum Opel-Werk gefühlt.              Foto: WAZ, Korte

 

 

Von Jürgen Boebers-Süßmann

 

„Wann wird die DüBoDo überhaupt nochmal fertig?“, lautet die aktuelle, von WAZ-Leser Peter Notzke gestellte Frage in unserer Reihe „Mitreden! WAZ lesen.“ Obschon die Frage eindeutig ist, muss die Antwort doch unscharf ausfallen. Nämlich so: Die ursprünglich geplante DüBoDo durch Linden und Weitmar wird es (vermutlich jedenfalls) nie geben. Aber ein neuerliches Teilstück der A 44 bekommt Bochum doch (vermutlich jedenfalls).

 

Das Thema ist so komplex wie kontrovers. Die derzeitigen Pläne zum Weiterbau der DüBoDo sind offiziell Teil der vom ehemaligen NRW-Verkehrsminister Wolfgang Clement (SPD) in den Stiel gestoßenen sog. „Bochumer Lösung“. Mit ihr soll vor allem die A 40 in Stahlhausen entlastet werden. Die „Bochumer Lösung“ umfasst ein Maßnahmenpaket von drei Autobahnplanungen:

 

1. Weiterbau der A 44 um drei Kilometer und Verknüpfung mit dem Außenring im Bereich Steinkuhl. Mit dieser sog. „Querspange“ soll über den Außenring eine Verbindung der A 44 mit der A 40 geschaffen werden.

 

2. Sechsspuriger Ausbau der A 40 von Gelsenkirchen bis Stahlhausen.

 

3. Kreuzungsfreie Verknüpfung der A 40 in Höhe der Wattenscheider Straße in Stahlhausen mit dem Außenring („Westkreuz“), um einen Teil des Verkehrs nach Süden auf die weitergebaute A 44 umzulenken.

 

Als Vorlaufmaßnahme lässt die Straßenbauverwaltung NRW zurzeit die Nordfahrbahn der A 40 sanieren und soweit verbreitern, sodass sie im nächsten Jahr den Verkehr aus beiden Richtungen aufnehmen kann. Im Frühjahr 2008 soll der eigentliche Ausbau mit den Arbeiten auf der Südfahrbahn beginnen, die von West nach Ost in drei Bauabschnitten abgewickelt werden, wobei die ersten beiden Abschnitte in Wattenscheid von 2008 bis 2010 dauern werden. Im dritten Abschnitt im Bereich Stahlhausen sollen Brücken und Überführungen zwischen 2008 und 2010 erstellt werden. Der Fahrbahnausbau und der Umbau zum Autobahnkreuz soll bis 2012 abgeschlossen sein.

 

„Der Neubau der Querspange erfolgt zeitnah“, verlautet aus dem Landesbetrieb Straßen.NRW. Allerdings ist die Opel-Spange zwar politisch beschlossen, jedoch läuft derzeit noch das Planfeststellungsverfahren, somit gibt es aktuell kein verbindliches Baurecht. Für den sechsstreifigen Ausbau der A 40 zwischen Gelsenkirchen und Stahlhausen sowie den Bau des Westkreuzes sind laut Angaben von Straßen.NRW rund 96 Millionen Euro fällig. Der Neubau der „Querspange“ wird mit 41 Millionen Euro kalkuliert.

 

Die Diagonale „Querspange - Außenring - Westkreuz“ soll nach Vorstellung der verantwortlichen Politiker und Planer als „Bypass“ die Staus auf der A 40 auflösen helfen, indem sie Verkehr von dort nach Süden abfließen lässt.

 

Die „Bürgerinitiative gegen die DüBoDo“ befürchtet dagegen, durch den Weiterbau der A 44 in Bochum und dem zuletzt vorangetriebenen Weiterbau der A 44/B 227n von Velbert bis Essen-Kupferdreh werde ein „verkehrlicher Sachzwang“ geschaffen, um den Durchbau der A 44 bis Velbert doch noch zu realisieren. Bei der Debatte um die „Bochumer Lösung“ vor zehn Jahren war allerdings immer betont worden, im Gegenzug zu dem baulichen Dreierpack solle auf den Weiterbau der A 44 durch den Bochumer Süden ganz verzichtet werden.

 

Die Gegner des Straßenbauprojekts befürchten u.a., die prognostizierte Verkehrszunahme auf dem Außenring werde weiträumig zu einer Verlärmung der angrenzenden Wohn- und Naherholungsgebiete führen, etwa in Steinkuhl und der Hustadt. Ganz davon ab, dass mit der vorgesehenen „Hochstufung“ des Sheffield-, Donezk-/Oviedo-/Nordhausen-Ringes zur Autobahn A 44 die einst zur Entlastung der Bochumer City gebaute Stadtautobahn de facto ein Teil des Bundesautobahnnetzes würde.

 

 

 

WAZ, 25. September 2007


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