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Ruhr Nachrichten vom 25.07.2006, auf der Homepage seit dem 25.07.2006

Feinstaub hat sich noch nicht verflüchtigt

Anzeichen für Grenzwertüberschreitungen

Bochum/Wattenscheid - Es tut sich doch noch was in Sachen Feinstaub. Nicht nur in Stahlhausen. Ein Feinscreening soll Hinweise auf möglicherweise hoch belastete Straßen im Bochumer Stadtgebiet liefern. Erste Hochrechnungen des Landesumweltamtes (LUA) deuten auf deutliche Grenzwertüberschreitungen hin.

Nach Informationen der Ruhr Nachrichten haben sich als erste Brennpunkte die Goldhammer Straße und der Bereich um den Bahnhof Wattenscheid herauskristallisiert. Nach den ersten Probehochrechnungen sollen dort die Belastungswerte für Feinstaub (PM 10) im Jahresmittel bei über 70 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegen; nach den EU-Richtlinien sind nur 40 Mikrogramm zulässig. Wie aussagekräftig solche Berechnungen sind, lässt sie dann aber erst durch konkrete Messungen belegen.

Gutachten in Arbeit

Daran arbeitet zurzeit auch ein Gutachter im Auftrag der Stadt. Gerd Zielinsky, Leiter des Umweltamtes: "Er ist zwar noch nicht fertig, aber wir haben ihn gebeten, die ersten Teilergebnisse in das Screening des LUA einzustellen." Das ist seit Ende Juni für die Gemeinden im Internet frei geschaltet. Die Experten berechnen die wahrscheinlichen Belastungen nach Verkehrsdichte, Bebauung, Topografie und anderen Parametern. "Erst werden die Daten gesammelt, dann wird gemessen, falls sich Anhaltspunkte für hohe PM 10-Belastungen ergeben", beschreibt Zielinsky das Vorgehen.

Prozess-Relevanz

Bislang gibt es in Bochum nur eine Messstation in der Straße An der Maarbrücke. Die Auswertung der diskontinuierlichen Messungen des letzten Jahres hatte allerdings keine Überschreitung der Grenzwerte bescheinigt (wir berichteten). Bochum war deshalb bei den Aktionsplänen des Regierungspräsidenten Arnsberg erstmal in der Prioritätenliste nach unten gerutscht.

Dass weitere Messstationen wünschenswert wären, ist bislang aus Kostengründen nicht berücksichtigt worden. Das Screening könnte demnächst die Kostenfrage in den Hintergrund drängen. Auch zur Freude der A-40-Anlieger, die derzeit gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Verbreiterung des Ruhrschnellwegs in Wattenscheid klagen. Die Initiative hat die jüngsten Hochrechnungen gerade als Argumentationshilfe noch ins Verfahren nachgeschoben. - stö

Ruhr Nachrichten, 25. Juli 2006


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