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Ruhr Nachrichten vom 21.07.2007, auf der Homepage seit dem 21.07.2007

Initiativen klagen gegen Westkreuz

Feinstaub-Gutachten liefert Munition

STAHLHAUSEN nNach der Klage gegen den sechsstreifigen Ausbau der A 40 zwischen Gelsenkirchen und Wattenscheid ist jetzt auch ein Verfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss für das Westkreuz beim Oberverwaltungsgericht Münster anhängig.

Rechtsanwalt Werner Robbers (Bielefeld) hat im Namen von sieben Betroffenen am Mittwoch die Klage eingereicht. Kläger sind u. a. der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft für bessere Wohnqualität an der A 40, Werner Dechardt und der Schadstoffexperte der Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo, Friedrich Ewen.

Einreichung

Nach Einreichung der Klage bleiben jetzt sechs Wochen Zeit zur endgültigen Begründung. "Dabei wird insbesondere auf die Aufteilung der Gesamtplanung der sog. Bochumer Lösung in mehrere Teilabschnitte, die prognostizierten Verkehrszahlen und die zu erwartende Schadstoffbelastung abzustellen sein", beschreiben Dechardt und der Sprecher der Bürgerinitiative, Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt, die Kernpunkte.

Ring wird zur Autobahn

Das Westkreuz (heute: Anschlussstelle Stahlhausen der A 40) soll die A 40 direkt an den Donezk-Ring anschließen und die städtische Schnellstraße zur Autobahn A 441 aufwerten.

Mit der Folge, so die Kläger, dass der Verkehr auf dem Außenring kollabieren werde; hier werden dann ähnliche Stau-Verhältnisse befürchtet wie jetzt auf der A 40.

Hinzu kommen Lärm und vor allem die Feinstaubbelastung. Neue Munition hat den Klägern eine Anfang der Woche veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Düsseldorf und Duisburg/Essen geliefert: Danach erhöht sich für Anwohner in direkter Nähe zu Autobahnen die Gefahr einer Herzgefäß-Verkalkung um 63 Prozent (wir berichteten).

Oliver Wittke läuft Gefahr, sich ein neues Millionengrab zu schaufeln. W. CZAPRACKI-MOHNHAUPT

Einen Eilantrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung haben die Kläger allerdings nicht gestellt - mangels Erfolgsaussichten, wie schon der Eilantrag gegen den Beginn des Ausbaus der A 40 gezeigt hatte.

Czapracki-Mohnhaupt: „Verkehrsminister Oliver Wittke wird sich deshalb mit dem Risiko auseinander setzen müssen, bei erneutem Baubeginn vor einer abschließenden Gerichtsentscheidung ein weiteres Millionengrab zu schaufeln."

Beide Projekte zusammen sind mit knapp 100 Mio. Euro veranschlagt. Die dritte Stufe der Bochumer Lösung - die Querspange zwischen A 44 und Nordhausen-Ring - steht noch vor der Planfeststellung; sie soll gut 40 Mio. Euro kosten. Auch dagegen wird es vermutlich eine Klage geben. - Joachim Stöwer  

 

Feinstaub und Gesundheit

Feinstaub wird heute im Wesentlichen für die Auswirkungen von Luftverschmutzungen auf die Gesundheit verantwortlich gemacht. Zu den Auswirkungen gehört die Verstärkung von Allergiesymptomen, die Zunahme von asthmatischen Anfällen, Atemwegsbeschwerden und Lungenkrebs sowie ein gesteigertes Risiko von Mittelohrentzündungen bei Kindern. Daneben werden auch Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen (zum Beispiel Herzinfarkt) angenommen. Das Ausmaß der Auswirkung von Partikeln auf die Atemwege hängt, neben der Toxizität der Partikel unter anderem Blei, Vanadium, Beryllium und Quecksilber, auch von der Größe der Partikel ab: Je kleiner ein Partikel ist, desto tiefer kann es in die Lunge eindringen.

Ruhr Nachrichten, 21. Juli 2007


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