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Ruhr Nachrichten vom 19.12.2006, auf der Homepage seit dem 19.12.2006

Feinstaub: Fahrverbot für jeden Fünften

Auch ältere Benziner betroffen

Stuttgart/Berlin « Der Kampf gegen den Feinstaub wird für die deutschen Autofahrer drastischere Folgen haben als bislang angenommen. Von den in zahlreichen Städten geplanten Fahrverboten für Altfahrzeuge sind nach neuesten Schätzungen Millionen Autofahrer betroffen.

Ob Stuttgart, Karlsruhe, Düsseldorf, Köln, München oder Augsburg - ganze Städte wollen so genannte „Umweltzonen“ ausgerufen, in denen Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 1 nicht mehr fahren dürfen. Grund sind die regelmäßigen Überschreitungen der EU-Grenzwerte für Feinstaub.

Neue Radikalität“

Bislang gingen einige Kommunen allerdings davon aus, dass nur alte Diesel-Fahrzeuge und Benzin-Fahrzeuge ohne geregelten Katalysator betroffen sind. Nun ist klar: Betroffen sind auch Autos mit einem geregelten Katalysator der ersten Generation. Das geht aus der Zuordnung der Fahrzeuge in Schadstoffgruppen hervor, die das Bundesverkehrsministerium mittlerweile veröffentlicht hat.

Im Stuttgarter Rathaus löste die Veröffentlichung im Verkehrsblatt große Konfusion aus. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster sprach von einer „neuen Radikalität“ im Umweltschutz.

Seine Mitarbeiter berechneten, dass allein in Stuttgart knapp 54000 PKW und Nutzfahrzeuge unter das Fahrverbot fallen würden. Mit 18 000 betroffenen Fahrzeugen hatte die Stadtverwaltung ursprünglich gerechnet. Die Gesamtzahl der bundesweit betroffenen Fahrzeuge schätzte Schuster auf elf Millionen, das wäre jedes fünfte.

Nummern 01 bis 13

Das Bundesumweltministerium geht immerhin von 8,4 Millionen Fahrzeugen aus, die der Schadstoffgruppe 1 angehören, darunter etwa sechs Millionen Fahrzeuge mit Otto-Motoren und 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeuge. Laut Bekanntmachung des Bundesverkehrsministeriums fallen alle PKW mit den Emissionsschlüsselnummern 01 bis 13 in die Fahrverbots-Gruppe. Die Baujahre reichen dabei von 1992 bis 1997.

In Stuttgart bringt die neue Situation den bisherigen Zeitplan ins Wanken. Zum 1. Juli 2007 wollte die Stadt eigentlich das Fahrverbot einführen. Um den vielen Autobesitzern eine Nachrüstung zu ermöglichen, wurde das Datum nun auf „spätestens 1. Januar 2008“ festgelegt. ddp

Ruhr Nachrichten, 19. Dezember 2006


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