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Ruhr Nachrichten vom 15.06.2005, auf der Homepage seit dem 15.06.2005

Woher staubt's?

Jedenfalls nicht hauptsächlich von ThyssenKrupp. Die Nirosta-Produktion ist nach Einschätzung der Umweltbeauftragten nur zu zehn Prozent für den an der Maarbrücke gemessenen Feinstaub-Nieder-schlag verantwortlich. Vergleichszahlen nach dem Einbau einer teuren Filteranlage 2002 verdeutlichten das gestern auch den Ratsmitgliedern.

1. Lokalseite

Zahlen sprechen für Thyssen

Nirosta-Umweltbeauftragte sehen Feinstaub-Immissionsanteil bei nur zehn Prozent

STAHLHAUSEN • Für die Grenzwertüberschreitungen beim Feinstaub an der Messstelle Maarbrücke sieht sich ThyssenKrupp nicht in der Verantwortung. „Wir sind nicht Hauptverursacher, unser Anteil an den Feinstaubimmissionen liegt schätzungsweise bei etwa zehn Prozent, ist Dipl.-Ing. Horst Lechterbeck, Umweltbeauftragter der ThyssenKrupp Nirosta, überzeugt.

Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Wolfgang Volkhausen stand er gestern den Mitgliedern des Wirtschafts- und des Umweltausschusses auf einer gemeinsamen Sitzung Rede und Antwort. Fragen gab es kaum, denn das eingangs vorgestellte Zahlenwerk sprach schon für sich.

Den eindrucksvollsten Beweis für die Nichtverursacher-These sieht Lechterbeck in der Großinvestition von 7 Mio. Euro für eine Entstaubungsanlage im Konverterbereich im Jahr 2002. Die hat zwei Drittel des Staubanfalls weggefiltert (insgesamt sind es jetzt rund 99 Prozent) - „es ist seitdem keine Staubfahne mehr zu sehen“ - und auch die Chrom- und Nickelemissionen deutlich verringert.

Den Erfolg bei der Emissionsreduzierung der Metallwerte registrierte denn auch die staatliche Messstation an der Maarbrücke; nur bei den Schwebstaub-Niederschlagsmessungen gab es praktisch keinen Unterschied zum Vorjahr, als die wirkungsvolle Anlage noch nicht installiert war. Der Feinstaub, ist Lechterbeck deshalb sicher, muss woanders herkommen.

Auch nicht unbedingt vom Verkehr auf der A 40 oder dem Donezk-Ring. Volkhausen sieht als Hauptverursacher ganz andere, unbeeinflussbare Feinstaubproduzenten: „Luftmassenströmungen und andere meteorologische Fakten sind zu 75 Prozent daran beteiligt.“ Und er verweist auch auf das Paradoxon, dass ausgerechnet im trockenen Sommer, „wo doch die höchsten Feinstaubkonzentrationen zu erwarten wären“, die Werte stark unter den Durchschnitt sinken.

Für ThyssenKrupp aber noch kein Argument, im Umweltschutz nachzulassen. Der schlägt bei den Betriebskosten mit rund 300 Mio. Euro pro Jahr zu Buche. „Was wir besser machen können, machen wir auch besser“, sagt Lechterbeck, „aber es muss effektiv und verhältnismäßig sein.“ Da ist die Grenze wohl fast erreicht.  Joachim Stöwer

Ruhr Nachrichten, 15. Juni 2005


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