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Kurier.at vom 15.03.2004, auf der Homepage seit dem 15.03.2004

Verkehr macht krank

Wien- Straßenverkehr macht krank. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag in Wien präsentierte Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ). Unfälle, dauerhafter Verkehrslärm und vor allem Abgase führen demnach in Österreich jährlich zu mehr als 3.500 Todesfällen. Davon werden 2.400 indirekt durch Dieselabgase verursacht. Das hat auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgestellt, berichtet VCÖ-Verkehrsexperte Martin Blum. Weiters verursachen Dieselabgase laut VCÖ-Studie rund 55.000 Asthmaerkrankungen und etwa 2.700 "Raucherlungen".

Tickende Zeitbombe LKW

Vor allem die Feinstaub- und Stickstoff-Emissionen sind durch den Boom der dieselbetriebenen Fahrzeuge in den vergangenen Jahren zum massiven Problem geworden, sagte VCÖ-Verkehrsexperte Martin Blum. "Dieselmotoren blasen drei Mal so viele Stickoxide wie vergleichbare Benzinmotoren und sogar bis zu 1.000 Mal so viele Rußpartikel in die Luft. In Österreich ist fast jeder zweite Pkw ein Dieselauto. Gemeinsam mit dem zunehmenden Lkw-Verkehr ist diese Entwicklung für die Gesundheit der Bevölkerung zu einer tickenden Zeitbombe geworden", sagte Blum. Allerdings entfällt nur ein Drittel der jährlichen Feinstaub-Emissionen auf den Straßenverkehr, zwei Drittel der laut ÖAMTC rund 29.000 Tonnen verursachen Industrie und Hausbrand.

Neue Grenzwerte zu hoch

Rußpartikelfilter könnten 99 Prozent des Ausstoßes durch Fahrzeuge abfangen, erklärte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Die zuletzt auch von Umweltminister Josef Pröll (V) angedachte Förderung für den Einbau von derartigen Filtern sei nicht optimal. "Besser wäre es, die Grenzwerte EU-weit so zu drosseln, dass die Autoindustrie gezwungen ist, die Partikelfilter von vornherein einzubauen." Selbst die neuen Euro 4-Grenzwerte, die ab 1. Jänner 2005 in Kraft treten, liegen laut Gratzer noch 25 Mal über jenen, die mit dem verbindlichen Einbau von Rußpartikelfiltern erreicht werden könnten.

"besser gesund mobil"

Als weitere Maßnahmen forderte der VCÖ am Montag gleich hohe Steuern auf Benzin und Diesel, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie die rasche Einführung des Punkte-Führerscheins. Zudem hat der Verkehrsclub gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen, dem Verkehrsministerium und dem Lebensministerium die Aktion "besser gesund mobil" ins Leben gerufen. Bei diesem jährlichen Mobilitätspreis werden Projekte von Gemeinden, Firmen, Organisationen oder Schulen ausgezeichnet, die Rahmenbedingungen schaffen, damit Menschen gesund mobil sein können.

Im Vorjahr ging der Wettbewerb, an dem 227 Institutionen teilnahmen, an die Vorarlberger Wolford AG für das innerbetriebliche Mobilitätskonzept "Fahr-Rad". Durch Schaffung einer fahrradfreundlichen Infrastruktur hat das Bekleidungs-Unternehmen den Anteil jener Angestellten, die mit dem Rad in die Arbeit kommen, auf 44 Prozent geschraubt.


Kurier.at, 15.März 2004

 


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