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Ruhr Nachrichten vom 13.02.2010, auf der Homepage seit dem 13.02.2010

Löchriger Flüsterasphalt

In der neuartigen Straßendecke der RUB-Forscher klaffen Krater

BOCHUM/MÜNSTER Über Monate wurden die Bochumer Forscher für Verkehrswegebau gelobt. Ihr neuartiger Flüsterasphalt galt als revolutionär und ließ Anwohner viel befahrener Straßen wieder ruhig schlafen. Jetzt kommt Kritik auf.

In Münster zerfällt der im Sommer gegossene Asphalt in seine Einzelteile. Kraterartige Schlaglöcher sind die Folge. „An den Deckschichten sind deutlich erkennbare Schäden entstanden“, berichtet Alexander Buttgereit, stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes in Münster. Pikant: Die von den RUB-Forscher speziell für Münster entwickelte Asphaltrezeptur wurde im November an einer zweiten Stelle verbaut - auch dort treten Schäden auf.

Baumaßnahmen

Auch in Bochum soll Flüsterasphalt verbaut werden. Stadtsprecher Thomas Sprenger bestätigt: „Mehrere Aufträge sind erteilt, doch aufgrund der Witterung wurde noch nicht mit den Baumaßnahmen begonnen.“ Unter anderem soll der Castroper Hellweg mit der leisen Straßendecke versehen werden.

Das hier ähnliche Probleme wie in Münster zu erwarten sind, glaubt man bei der Stadt nicht. Schließlich sei der Asphalt lange getestet worden und andere Städte hätten gute Erfahrungen damit gemacht. So sehen das auch die Forscher der RÜB.

Bohrkernuntersuchung

Daniel Gogolin vom Lehrstuhl kennt die Probleme in Münster, war selbst vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Ursache kennt er dagegen nicht. „Wir warten derzeit auf die Ergebnisse der Bohrkernuntersuchung“, sagt Gogolin auf RN- Anfrage. Erst dann ließen sich Schlüsse ziehen. Klartext: Erst dann lässt sich sagen, ob die RUB-Forscher falsch gerechnet, oder die Baufirma in Münster den Asphalt falsch gemischt hat. Mit Ergebnissen rechnet Gogolin nicht vor Anfang März.

An eigene Fehler mag man an der Ruhr-Universität jedoch nicht glauben. „In Düsseldorf wurden etwa 20 Straßen mit unserer Asphaltmischung gebaut“, sagt Gogolin und ergänzt: „Dort treten keine Schäden auf.“ Ebenso in Dortmund und Essen.» b-r

Ruhr Nachrichten, 13. Februar 2010


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