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WAZ vom 10.01.2008, auf der Homepage seit dem 10.01.2008

RP erkrankt: Staub-Gespräch wird vertagt

Noch viele Details der Umweltzone zu klären

Die Entscheidung um die Einrichtung einer großflächigen oder mehrerer kleiner Umweltzonen für Dortmund, Bochum und Herne verzögert sich. Das ursprünglich für heute bei der Bezirksregierung Arnsberg angesetzte, mutmaßlich letzte Abstimmungsgespräch der drei beteiligten Oberbürgermeister mit Regierungspräsident Helmut Diegel fällt aus. Der Grund: Diegel ist krank.

Man hoffe, dass Diegel spätestens Montag seine Amtsgeschäfte aufnehmen wird, so Behördensprecher Jörg Linden. „Weil die Zeit drängt“, werde dann „so zügig wie möglich“ ein neuer Termin für eine Zusammenkunft vereinbart. Wie berichtet, suchen Dortmund, Bochum und Herne unter Federführung der Bezirksregierung nach einer „abgestimmten“ Lösung in Sachen Umweltzone. Mit im Verfahren ist auch das NRW-Umweltministerium.

Umweltdezernent Dr. Ernst Kratzsch deutete, ohne konkret werden zu wollen, gestern an, dass der Weg zu einer gemeinsamen Lösung für Dortmund, Bochum und Herne noch steinig ist: „Es gibt noch vehemente Diskussionen über die Größen und Abgrenzungen der jeweiligen Umweltzonen“, sagte er zur WAZ. sto

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Brummis dürfen weiter rein

Bis eine Umweltzone auch die Staub-Belastung an der Herner Straße senkt, will die Stadt es mit kleineren Sofortmaßnahmen probieren. Ein Lkw-Verbot für den Durchgangsverkehr gehört nicht dazu

Von Tom Jost

Den Schwerlastverkehr kriegt man aus der Herner Straße kaum heraus - also will die Stadt versuchen, die Feinstaub-Belastung auf andere Weise zu senken, bis im Herbst möglicherweise eine großräumige Umweltzone eingerichtet wird. Über die entsprechenden Maßnahmen berät heute Nachmittag der Umweltausschuss.

Der Messcontainer des Landes-Umweltamtes am Riemker Markt ist schon wieder abgebaut und steht längst in einer anderen Stadt. Doch bevor er entschwand, hatten seine Instrumente aufgezeichnet, dass der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub an 43 Tagen im Kalenderjahr überschritten war. Spätestens jetzt musste die Stadt reagieren, auch weil betroffene Bürger sonst Aktivität gerichtlich einklagen könnten.

Zwar haben die Messungen ergeben, dass 40 bis 45 Prozent der Lkw die Herner Straße lediglich als Abkürzung zwischen A 40 und A 43 nutzen. „Ein Lkw-Verbot könnte hier demnach einen wirksamen Beitrag zur Verringerung der Emissionen leisten“, schreibt das Umweltamt in seiner Stellungnahme - und kommt doch zu einem gegenteiligen Vorschlag: „Laut Luftqualitätsberechnungen würde der Jahresmittelwert von 30 Mikrogramm Feinstaub trotzdem nicht unterschritten.“

Die Brummi-Kutscher würden bei einer Lkw-Sperrung auch kaum die 8 Kilometer Umweg übers Autobahnkreuz Bochum nehmen, sondern eher über die Dorstener Straße Richtung Herner A 43 fahren. Doch die „Dorstener“ gilt in mehreren Bereichen bereits als überbelastet. Auch müsste der Anlieferverkehr für die Riemker Firmen gesichert sein, und schließlich könnten größere Lkw das Gewerbegebiet „Dahlacker“ nur über die Herner Straße ansteuern. „Eine Vielzahl von Ausnahmeregeln zum Lkw-Verbot würde zur Wirkungslosigkeit führen“, hadert das Umweltamt.

Statt dessen sollen nun kleine Sofortmaßnahmen auf Verhältnismäßigkeit geprüft werden. Zu diesen zählen die Nassreinigung des belasteten Bereiches und die Installation von absoluten Halteverboten, um den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Die Bogestra soll überlegen, ob Bus-Haltezeiten an der Haltestelle gekürzt werden können. Und eine „Pförtnerampel“ an der Einmündung Rensingstraße könnte in Richtung BO-Zentrum nur so viele Fahrzeuge durchgelassen werden, wie es keinen Rückstau macht.

 

43-mal zu dicke Luft in Riemke

Die Herner Straße am Riemker Markt ist nur einer von 22 errechneten Abschnitten im Stadtgebiet, die unter Verdacht stehen, übermäßig mit Feinstaub belastet zu sein. Nachdem das Landesamt für Umwelt ein Jahr lang den Messcontainer aufstellte, ist die Annahme jetzt auch erwiesen: Das Emissionsrecht verlangt ab dem 36. Tag, an dem die Grenzwerte überschritten Sind, die Aufstellung eines Aktionsplanes. Dieser Zeitpunkt war am 17. November erreicht Bis zum Jahresende wurden 43 Überschreitungstage festgehalten - damit herrschte in Riemke öfter dicke Luft als an der Düsseldorfer Corneliusstraße, wo noch 2006 der höchste Jahresmittelwert in NRW gemessen wurde.

WAZ. 10.Januar 2008


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