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WAZ vom 10.01.2008, auf der Homepage seit dem 10.01.2008

Zuerst müssen Bäume weichen

Sechsspuriger Ausbau der A 40: Landesbetrieb Straßenbau begann gestern mit dem Abholzen der Böschungen im Bereich der Anschlussstelle Stahlhausen

Von Sabine Vogt

Gestern begannen die Vorbereitungen für den sechsspurigen Ausbau der A 40. Die Regionalniederlassung Ruhr des Landesbetriebs Straßenbau holzt Bäume und Sträucher ab, die der Fahrbahnerweiterung im Wege stehen. Kosten: 85 000 Euro.

Zunächst werden Leitungen verlegt und der Neubau der Brücke im Bereich der Anschlussstelle Stahlhausen vorbereitet, die dann später zum Westkreuz ausgebaut wird. Dazu werden die Böschungen beidseitig der Ab- und Zufahrten bei Stahlhausen abgeholzt. Dies wird jetzt im Januar vorgenommen, um im Frühjahr die brütenden Vögel nicht zu stören, wie es das Landschaftsgesetz vorschreibt. Insgesamt fünf Hektar Grün verschwinden zugunsten des Autobahnprojekts. Als Ausgleich werden nach Abschluss der Arbeiten Neuanpflanzungen erfolgen, versichert Straßen.NRW.

Erstes sichtbares Zeichen für den Ausbau war der Neubau der Fußgängerbrücke Hohenstein in Wattenscheid im vergangenen Jahr. Die Fahrbahn Richtung Essen wurde soweit saniert, dass sie dann den Verkehr aus beiden Richtungen aufnehmen kann während der Ausbauphase.

Nun wird die Fahrtrichtung Dortmund in Angriff genommen. Die Autofahrer werden zunächst nicht viel davon spüren; Eingriffe in den Verkehr sind in dieser Woche nicht vorgesehen. Auch in den folgenden Tagen werden sich die Arbeiten auf Standstreifen beschränken, so dass keine Fahrspuren gesperrt werden.

„Generell wollen wir nur kurze Baustellenbereiche einrichten“, sagt Petra Rahmann, Sprecherin der Regionalniederlassung Bochum, um die stark belastete A 40 nicht noch mehr zu verstopfen.

Drei Bauabschnitte hat sich der Landesbetrieb Straßenbau vorgenommen: Der erste liegt zwischen Gelsenkirchen und Wattenscheid - ca. 800 m bis kurz vor der Bahnhofstraße und wird in diesem Jahr begonnen. Ebenso wie der zweite Abschnitt bis zur Walzwerkstraße soll er bis Ende 2010 andauern. Im Bereich Stahlhausen schließlich werden Leitungsverlegungen und mehrere Bauwerke mit dem Westkreuz in den nächsten zwei Jahren vorgezogen; insgesamt soll der Fahrbahnausbau bis Ende 2012 abgeschlossen sein.

Die Gesamt-Baumaßnahme kostet rund 96 Millionen Euro.

Der sechsspurige Autobahnausbau zwischen Gelsenkirchen und Stahlhausen ist Teil der so genannten Bochumer Lösung. Dazu gehört auch der Umbau der Anschlussstelle Stahlhausen zum Westkreuz mit direktem Anschluss an den Donezk-Ring und der Neubau der Querspange A 44 als Verbindung zwischen dem Nordhausen-Ring und dem Autobahnkreuz Bochum/Witten. Letzterer wird mit 41 Millionen Euro kalkuliert.

 

100 000 Kfz täglich

Die A 40 gehört zu den Autobahnen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen bundesweit: 100 000 Fahrzeuge nutzen sie täglich. Im Jahr 2015 werden es 120 000 Kfz sein. Die hohe Verkehrsbelastung und die dicht aufeinanderfolgenden Anschlussstellen führen regelmäßig zu Staus.

 

KOMMENTAR

Mehr Asphalt

Jeder Autofahrer aus der Region hat ihn schon erlebt: einen der täglichen Staus auf der A 40. In den nächsten Jahren wird sich die Situation eher noch verschlimmern durch die Baustellen zur Verbreiterung der Autobahn auf sechs Spuren zwischen Gelsenkirchen und Stahlhausen. Im Frühjahr geht's los.

Es gab im Vorfeld viel Widerstand gegen den Ausbau, nicht nur von Umweltschützern. Schließlich sind fünf Hektar an Baumbestand kein Pappenstiel, der abgeholzt wird zugunsten von mehr Asphalt. Anwohner wiederum sehen ihre Lebensqualität gefährdet durch den Ausbau. Andererseits aber kann es auch kein Zugewinn sein, wenn einem tagein, tagaus die Abgase um die Nase wehen, weil sich der Verkehr staut. Die A 40 durchzieht den Ballungsraum zwischen Dortmund und Duisburg, und die Zufahrten liegen dicht hintereinander. Freie Fahrt wird man wohl auch nach dem Ausbau nicht erwarten können. Denn bis dahin hat sich auch die Zahl der Kfz vermehrt.

WAZ, 10. Januar 2008


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