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WAZ vom 07.04.2009, auf der Homepage seit dem 07.04.2009

Vorläufig nichts Genaues

Die Linksfraktion dringt auf Feinstaubmessungen entlang der A 40, doch vor 2011 wird sich wohl kaum etwas tun

Anwohner der A 40 können noch lange darauf warten, dass eine Feinstaub-Messstelle auf­gestellt wird: Mindestens bis 2011, wenn es nach dem Landesumweltamt und der Koali­tion von SPD und Grünen in Bochum geht, ärgert sich die Linksfraktion. In einer Mittei­lung der Verwaltung an den Rat wird das mit fehlenden Messstationen begründet und der Vermutung, dass die Belas­tungen vor allem durch die Baustelle verursacht seien.

Das ganze sei ein „schlech­ter Witz“, meint dazu Ratsmit­glied Uwe Vorberg: „Die Ge­sundheitsbelastungen durch Feinstäube und Stickstoffdi­oxid sind nachgewiesen groß. Die Politik schreit lauthals nach Schutz, aber die Verant­wortlichkeiten werden ständig zwischen Kommune, Land und Bund hin und her gescho­ben.“

Eine belastbar messende Feinstaub-Aufzeichnung wird schon seit Jahren an der A 40 gefordert. Es existiert bisher nur eine Station an der Maar­brücke, die nicht ständig aus­wertet und deshalb in Beweis­verfahren nicht akzeptiert wird. Außerdem steht sie süd­lich der Autobahn und damit recht ungünstig. Sowohl das städtische Umweltamt als auch das Landesumweltamt hatten jetzt mitgeteilt, dass keine freien Messstellen zur Verfügung stünden. Die müss-te man beim Tüv Rheinland für 50 000 Euro pro Jahr mieten.

Die Koalition hatte unlängst zwar den Bedarf anerkannt, aber den Antrag dahingehend modifiziert, dass eine Messstelle beim Land beantragt werden sollte - „weil angeblich nur vom Land erhobene Mes­sungen vom Land anerkannt würden. Das ist ausgesproche­ner Quatsch“, schimpft Vorberg.

Anders als das Landesum­weltamt sei man der Auffassung, dass die Installation ei­ner Messstelle während der Bauphase Sinn mache, „denn auch in dieser Zeit sind die An­wohner der Gesundheitsbelastung ausgesetzt. Hier sollte endlich Klarheit geschaffen und nicht der schwarze Peter ständig hin und her geschoben werden.“

 

FEINSTAUB

Messen oder hochrechnen

Neben der stationären Messstel­le an der Maarbrücke hatte die Stadt bisher erst einmal ein solches Instrument abbekom­men“: Die Station stand über das Jahr 2007 an der Herner Straße - und bestätigte die Be­lastungserwartungen. Weitere 22 Schadstoff-Brennpunkte wurden hochgerechnet.

WAZ, 7. April 2009


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