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Ruhr Nachrichten vom 07.04.2009, auf der Homepage seit dem 07.04.2009

Die Luft in NRW ist reiner

Weniger Feinstaubbelastung

Kerstin Heil/Oliver Koch/dpa am 6. April 2009

RECKLINGHAUSEN Die Menschen in NRW können wieder besser durchatmen. Feinstaub hat 2008 die Luft in NRW weniger verschmutzt als im Jahr davor. Die Belastung mit Stickstoffdioxid ist dagegen auf hohem Niveau geblieben.


Die Grenzwerte für Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Benzol und Blei werden an allen Messstationen im Land eingehalten. Zu diesem Ergebnis kommt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) nach Auswertung der Messdaten 2008. „Bei keiner Messung haben wir einen negativen Trend festgestellt. Es geht voran in Sachen Luftverbesserung“, erklärte gestern Dr. Klaus Vogt. Ursachen dafür sieht der Experte des Amtes in der Einführung der Umweltzonen als „wirkungsvolle Maßnahme“, in einem seit Jahren generellen Verkehrsrückgang und in schadstoffärmeren Fahrzeugen auf den Straßen.

An den meisten der 51 Stationen wurde deutlich weniger Feinstaub gemessen, teilte das Amt gestern mit. Wesentlich zu dieser positiven Entwicklung habe das Wetter beigetragen, das insgesamt für einen guten Luftaustausch gesorgt habe.

Stahlwerk

Doch verbesserte Werte registrierten auch insbesondere die Messstationen in der Nähe von Industrieanlagen. Und dafür seien die dortigen Maßnahmen zur Luftverbesserung verantwortlich. Besonders etwa am Stahlwerk in Duisburg-Bruckhausen seien statt 71 Überschreitungstagen im Jahr 2007 an nur noch 31 Tagen überhöhte Werte gemessen worden.

Ähnlich positive Auswirkungen auf die Luftqualität registrierten auch alle Messstationen im Braunkohlerevier. Der Abriss alter Kokereien, der Einbau von Elektrofiltern in Schornsteine oder die Abdeckung von Braunkohleförderbändern beispielsweise hätten dazu geführt, diffuse Emissionen zu vermeiden, erklärte Vogt. Daher seien auch hier die europaweit gültigen Grenzwerte erstmals eingehalten worden.

Stickstoffdioxid

Auch an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen konnte das Amt einen Rückgang der Feinstaubwerte feststellen. In mehreren Fällen – etwa an der Duisburger Kardinal-Galen-Straße und am Hagener Graf-von-Galen-Ring – habe der Rückgang auch ausgereicht, um die Feinstaubgrenzwerte nicht zu überschreiten.

Die Belastung mit Stickstoffdioxid stagnierte dagegen auf hohem Niveau. An 54 Prozent der Stationen wurde der ab 2010 gültige Grenzwert im Jahresmittel überschritten. Besonders hohe Jahresmittel wurden an verkehrsreichen Straßen in Düsseldorf, Hagen, Köln, Münster und Dortmund gemessen. Der Hauptverursacher dafür steht für das Landesamt zweifellos fest: der Kraftfahrzeugverkehr. Es sei daher auch zu erwarten, dass erst der verbreitete Einsatz der neuen schadstoffarmen Fahrzeuge die Emissionen der Stickstoffoxide entscheidend senken werde.

Für die betroffenen Gegenden wurden bereits Luftreinhaltepläne aufgestellt oder sie sind in Vorbereitung. Weil etwa an der Weseler Straße in Münster seit Jahren die Grenzwerte überschritten werden, gilt seit dem 1. April ein solcher Plan. Sinken die Werte nicht drastisch, wird die Innenstadt ab Januar 2010 zur Umweltzone.

Ruhr Nachrichten, 7. April 2009


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