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Ruhr Nachrichten vom 06.07.2005, auf der Homepage seit dem 06.07.2005

Land lehnt Messstation ab

Umweltamt: Harpen zählt nicht zu den Hotspots beim Feinstaub / Stadt hat kein Geld

HARPEN - Ob auch die Feinstaubbelastung im Bereich Harpen die neuen EU-Grenzwerte übersteigt, wird sich frühestens nächstes Jahr ermitteln lassen.

Der Bereich um das Autobahnkreuz A 40/ A 43, den stark frequentierten Ruhrpark und den Harpener Hellweg gilt unter Experten wegen des hohen Verkehrsaufkommens als besonders belastet. Die SPD-Fraktion hatte deshalb kürzlich Feinstaubmessungen und die Installation einer ständigen Messstation in Harpen angeregt. Enttäuschend nun gestern die Mitteilung der Stadtverwaltung in der Bezirksvertretung Nord: Das Landesumweltamt (LUA) sieht zurzeit keinen Anlass für die Aufnahme dieses Bereichs in die Prioritätenliste, die schon 38 Straßen in NRW umfasst. Nach der Screen-Ermittlung von sog. Hotspots zähle Harpen nicht zu den neuralgischsten Zonen.

Die Stadt selbst sieht sich finanziell nicht in der Lage, in Eigenregie PM 10-Messungen vornehmen zu lassen; die würden ca. 23 000 Euro im Jahr kosten. Geld dafür , so die lakonische Standardformulierung, stünde im Haushalt nicht zur Verfügung. Die Bezirksvertreter nahmen es gelassen. Nach einstündiger Debatte über die Vorzüge von Walm- oder Satteldach, Dachbegrünung, Entwässerung und Fenstergröße für den Ganztagsanbau an der Frauenlobschule bestand kein zusätzlicher Informations- oder Diskussionsbedarf zum Thema Feinstaubmessungen.

Dabei ist Harpen seit der schlüssigen Darstellung von ThyssenKrupp über den geringen Anteil der Edelmetallschmiede an der Feinstaubbelastung in Stahlhausen noch schärfer in den Blickpunkt der Umweltschützer geraten. Ist der Verkehr nämlich Hauptverursacher, dürften die Belastungen in Harpen mit seinem noch höheren Verkehrsaufkommen sogar über den (überschrittenen) Werten von Stahlhausen liegen. Die FDP hatte vorsorglich sogar schon eine Tunnelverlängerung auf der A 40 in diesem Bereich, plus eine effektive Staubfilteranlage gefordert.

Aufschluss über die tatsächlichen Staubwerte wird man vielleicht nächstes Jahr gewinnen können. Das LUA wird bis Anfang 2006 eine web-basierte Erfassung programmieren, in die die Städte über einfache Formularfelder Standort-genaue Parameter für einzelne Straßen eingeben können, die dann Grundlage für Belastungsberechnungen und evtl. für die Installation weiterer Messstationen sein werden. Bis dahin gilt: Wo nicht gemessen wird, gibt es auch keine Überschreitungen. Joachim Stöwer

Ruhr Nachrichten, 6. Juli 2005


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