zurück zur Pressearchiv-Seite
 zurück zur Aktuell-Seite

als PDF-Dokument herunterladen

WAZ vom 06.04.2004, auf der Homepage seit dem 06.04.2004

Autobahnen durch Österreich blockiert

Wien. Aus Protest gegen den zunehmenden Transitverkehr haben österreichische Umweltschützer die wichtigsten Autobahnen in die Nachbarländer am Montag zeitweise blockiert, darunter Inntalautobahn (A 12) und Tauernautobahn (A 10). Die Aktionen sollen noch bis Mittwoch fortgesetzt werden. Wegen der zahlreichen Osterurlauber rechneten die Automobilclubs mit einem Verkehrschaos. (dpa)

Bericht Aus aller Welt


Osterreisenden droht Blockade

Transitgegner in Österreich machen mobil - Inntal-Autobahn schon betroffen

Wien. Mit Straßenblockaden brachten Transitgegner in Österreich am Montag den Reiseverkehr vor Ostern zum Stocken. Sie bremsten Autos und Lastwagen auf der Inntal-Autobahn sowie der Stockerauer Schnellstraße in Niederösterreich aus.

Noch bis Mittwoch sind jeweils mehrstündige Protestaktionen auf den Haupttransitrouten angekündigt. Die Umweltaktivisten fordern neue Fahrverbote und die Befreiung der Bundesstraßen von Lastwagen, die über Schleichwege der Autobahnmaut entkommen wollen.

Am Montag blockierten die Transitgegner vom frühen Nachmittag an die Inntal-Autobahn (A 12), eine der Nord-Süd-Hauptrouten durch die Alpenrepublik. Die Sperre bei Münster im Tiroler Unterinntal sollte, so die österreichische Nachrichtenagentur APA, bis 20 Uhr andauern. Die Polizei leitete den Verkehr über Bundesstraßen um.

Der Verkehrsreferent der Landesregierung, Hannes Gschwentner, nannte die Lage im Tiroler Transitverkehr „für uns alle nicht akzeptabel".

Zwischen 1998 und 2003 habe der Transitverkehr über die Brennerroute um 20 Prozent zugenommen. Für den Abend waren auch Blockaden auf der Tauern-Autobahn in Kärnten angekündigt. Die erste Protestaktion traf am Montagmorgen die Stockerauer Schnellstraße (S5) bei Grafenwörth. Die Proteste richteten sich vor allem gegen eine geplante Autobahnbrücke bei Traismauer, die den Ring um Wien schließen soll. Die Organisation Lena (Lebensraum Nachhaltig Aktiv), die die Blockade gemeinsam mit Global 2000 und Greenpeace organisierte, fürchtet einen „Ausbau unserer Region in ein zweites Inntal". Wegen strömenden Regens brachen die Demonstranten die Blockade nach 90 Minuten ab.

Der niederösterreichische Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Fasan erklärte, in Grafenwörth drohe „eine neue Transitachse quer durch Niederösterreich". „Wenn Verkehrspolitiker völlig versagen, sind Blockaden das legitime Notwehrmittel von Bürgern, die um ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität mit Recht mehr als besorgt sind", sagte ein Sprecher des Bürgerforums gegen Transit B301. (ap))



WAZ, 6. April 2004


 zum Seitenanfang
 zurück zur Pressearchiv-Seite