zurück zur Pressearchiv-Seite
 zurück zur Aktuell-Seite

als PDF-Dokument herunterladen

WAZ / Ruhr Nachrichten vom 03.06.2005, auf der Homepage seit dem 03.06.2005

Herzinfarktstudie im Revier: Jeder Vierte ist gefährdet

4800 Probanden im Alter von 45 bis 74 Jahren untersucht

Von Ilias Abawi

WAZ Essen. Der bundesweit erste Herzkreislauf-Präventionskongress beginnt heute in der Essener Philharmonie. Vorgestellt wird auch eine große Studie zu Herzkreislauferkrankungen im Ruhrgebiet. Erste Erkenntnisse wurden am Donnerstag mitgeteilt. Die Zahlen sind alarmierend.

Insgesamt wurden in den Städten Essen, Bochum und Mülheim 4800 Testpersonen im Alter zwischen 45 und 74 Jahren untersucht. Das Ergebnis: Sieben Prozent der Untersuchten sind bereits herzkrank. Jeder Vierte hat ein hohes Infarktrisiko. Bei 40 Prozent wurde immerhin noch ein mittleres Risiko festgestellt.

Die Probanden wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Bei Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen oder Diabetes liegen die untersuchten Ruhrgebietler insgesamt über dem Bundesdurchschnitt. Die Studie ergab außerdem, dass Frauen im Ruhrgebiet immer häufiger zur Zigarette greifen als im bundesweiten Vergleich.

Die so genannte „Heinz-Nixdorf-Recall-Studie“ ist ein Projekt der medizinischen Fakultäten Duisburg-Essen, Witten-Herdecke und Düsseldorf. „Neben somatischen Faktoren wie Blutdruck, Zuckerspiegel oder Rauchgewohnheiten berücksichtigt die Untersuchung auch Faktoren wie Luftverschmutzung“, erklärt Karl-Heinz Jöckel, Dekan am Essener Universitätsklinikum. Die Ergebnisse hätten die Vermutung, dass hohe Feinstaubwerte in der Luft das Infarktrisiko erhöhen, bestätigt. Feinstaub beschleunige die Verkalkung von Arterien, so Jöckel. Die komplette Studie wird heute beim 1. Nationalen Präventionskongress in der Essener Philharmonie vorgestellt.

WAZ, 3. Juni 2005




Herzinfarktrisiko im Revier alarmierend

Studie: Jeder Vierte über 45 stark gefährdet

Essen • Eine große Herz-Kreislauf-Studie im Ruhrgebiet hat eine alarmierend hohe Zahl Herzinfarkt-gefährdeter Menschen ergeben. Jeder vierte der 4800 untersuchten Probanden im Alter von über 45 Jahren hat demnach ein hohes Infarktrisiko, oft ohne es zu wissen, und müsste behandelt werden.

Und 40 Prozent haben immer noch ein mittleres Risiko, berichteten Mediziner gestern in Essen. Sie forderten kostenlose Vorsorgeuntersuchungen. Patienten würden derzeit als gesund eingestuft, obwohl schon erste Anzeichen von Gefäßerkrankungen vorlägen, kritisierte Prof. Raimund Erbel vom Westdeutschen Herzzentrum in Essen. Einen Zusammenhang sehen die Wissenschaftler auch bei der Wirkung von Umwelteinflüssen auf das Infarktrisiko. So würden hohe Feinstaubkonzentrationen einen Infarkt begünstigen. dpa

Ruhr Nachrichten, 3. Juni 2005


 zum Seitenanfang
 zurück zur Pressearchiv-Seite