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WAZ vom 03.05.2005, auf der Homepage seit dem 03.05.2005

Studie: Staub in NRW erhöht Sterblichkeit

WAZ Essen. Die gesundheitliche Belastung durch Feinstaub führt nach Ansicht des NRW-Umweltministeriums in der Bevölkerung an Rhein und Ruhr zu einer erheblichen Steigerung der Sterblichkeitsrate. Darauf wiesen erste Auswertungen einer Langzeitstudie hin, sagte NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) am Dienstag in Essen. Seit 2001 wurden 4800 ältere Frauen im Ruhrgebiet und in zwei ländlichen Regionen untersucht. Die Studie soll Ende Mai veröffentlicht werden.

• Bericht Seite Hintergrund


Warten auf die Ergebnisse der Staub-Studie

NRW erforscht Gesundheitsrisiken

Von Jürgen Polzin

WAZ Essen. Das NRW-Umweltministerium will mit Hilfe einer Studie belegen, wie wichtig die Linderung des Feinstaub-Problems im Ruhrgebiet ist. Doch weil die Untersuchung noch nicht fertig ist, die Landtagswahl jedoch immer näher rückt, gab es am gestrigen Montag schon mal erste Ergebnisse. Ein Schnellschuss mit Folgen.

Fakt ist, dass es die in dieser Form erste Studie in Deutschland ist. Die „Feinstaub-Ko-hortenstudie NRW“ untersucht seit 2001 insgesamt 4800 Frauen über 60 Jahre aus Duisburg, Gelsenkirchen, Essen, Herne und Dortmund sowie aus den Vergleichsstädten Borken und Dülmen. Untersucht wird der Einfluss von Feinstaub auf die Sterblichkeit der Frauen. Da die langfristige Wirkung der winzigen Partikel auf die menschliche Gesundheit bislang- noch kaum erforscht ist, leistet die NRW-Studie in der Tat Pionierarbeit.

Der Pressetermin am gestrigen Montag schien jedoch ein wenig verfrüht. Eine Zusammenfassung der Studie soll erst Ende Mai veröffentlicht werden. Das Ministerium hatte jedoch schon vorab eine Nachricht: „Die ersten Auswertungen weisen darauf hin, dass bei einer Erhöhung der Feinstaub-Konzentrationen um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft die Gesamtsterblichkeitsrate um etwa neun Prozent und die Sterblichkeitsrate durch Herz-Lungen-Krankheiten um etwa zehn Prozent steigt.“ Auf Nachfrage, was dies konkret bedeute, sagte Ministerin Bärbel Höhn: „Das bedeutet konkret, dass die Lebenserwartung in Herne im allgemeinen um fünf Jahre niedriger ist als in Borken.“ Später korrigierte sich das Ministerium. Statt Borken sei Bonn gemeint. Auch beziehe sich dieser Vergleich auf eine andere Studie, sagte eine Sprecherin, Diese habe nichts mit Feinstaub zu tun.

Unter einem gewissen Mangel an Inhalt leidet bislang auch der Masterplan „Saubere Luft im Ruhrgebiet“, den der Regionalverband Ruhr (RVR) beschlossen hat. Man wolle die Aktionen der Städte verzahnen, hieß es auf Nachfrage. Und: Der Arbeitskreis Verkehr und Umwelt werde sich regelmäßig des Themas annehmen.

WAZ, 3. Mai 2005


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