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Ruhr Nachrichten vom 03.01.2007, auf der Homepage seit dem 03.01.2007

Große oder kleine Lösung?

Beim Feinstaub gibt es einen Wettlauf um die schnellste Wirkung

BOCHUM Der Feinstaub wird in diesem Jahr kräftig aufgewirbelt - auch politisch.

Im städtischen Umweltamt sieht man der Entwicklung nach dem Vorstoß des Regionalverbandes Ruhr (RVR) jedenfalls mit Spannung entgegen. Das große Ruhrgebiets-Konzept (wir berichteten) könnte kleinräumige Alleingänge in Bochum, wie sie im Bereich Herner Straße auch möglich erscheinen,überflüssig machen. „Luftreinhalte- und Aktionspläne in kleinen Zonen sieht der RVR nur als Verdrängungen an“, sagt Amtsleiter Gerd Zielinsky. Sein Amt hat selbst an den Beratungen der RVR-Arbeitsgruppen mitgewirkt.

Zielinsky sieht aber auch bei einer Sperrung des Ballungsraums Revier für emissionsträchtige Automobile Probleme auf die Wirtschaft zukommen - vor allem auf das Handwerk: „Die in Deutschland zugelassenen großen LKW dürften die geforderten Abgasnormen wohl leicht erfüllen können, aber die Kleintransporter vieler heimischer Handwerksbetriebe wären betroffen.“ Ganze Flotten von „Sprintern“ etc. müssten praktisch umgerüstet oder durch neue Fahrzeuge niedrigerer Schadstoffklassen ersetzt werden.

Messstation kommt

Die Pläne des RVR sind zwar noch Zukunftsmusik - schließlich müssen ja letztlich die Regierungspräsidenten über die Luftreinhaltepläne entscheiden - kleinräumig dagegen kommt schon im Januar etwas in Fluss: An der Herner Straße zwischen den Anschlussstellen A 40 und A 43 wird der RP Arnsberg eine Feinstaub-Messstation aufstellen lassen. Wo der Standort sein wird, wie gemessen wird etc. werden die Anwohner rechtzeitig erfahren - Zielinsky: „Wir bereiten zurzeit Infoblätter vor, die in die Briefkästen verteilt werden.

Keine Prognose

Rund ein halbes Jahr wird die Station kontinuierlich u.a. die PM 10-Immissionen messen, die dann ausgewertet werden. Welche Maßnahmen die Ergebnisse nach sich ziehen werden, hängt nicht  allein von der Belastung des Straßenabschnitts ab, der gerade von LKW oft als Abkürzung benutzt wird, sondern auch davon, ob der RVR mit seinem großen Konzept dem kleinen nicht zuvorkommt.

„Die große Lösung würde natürlich punktuelle Maßnahmen überflüssig machen“, sagt Zielinsky - „aber da wage ich noch keine zeitliche Prognose.“ stö

Ruhr Nachrichten, 3. Januar 2007

 


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