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Ärzte Zeitung vom 27.04.2004, auf der Homepage seit dem 28.04.2004

Lärm macht krank, meint jeder zweite Betroffene

Umfrage der DAK / 18 Prozent der Befragten fühlen sich oft von Lärm belästigt / Autoverkehr ist häufigste Lärmquelle

HAMBURG (di). Viele Deutsche halten Lärm für den Auslöser von gesundheitlichen Beeinträchtigungen und zum Teil auch schweren Erkrankungen. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DAK ergab, daß besonders die Menschen in Großstädten häufig unter Lärm leiden.

"Lärm geht den Bundesbürgern auf die Nerven", schlußfolgert die Angestelltenkasse aus den Ergebnissen einer Umfrage bei 1002 Bürgern. Danach fühlen sich 18 Prozent der Befragten häufig oder sehr häufig durch Lärm belästigt. In Städten mit mehr als einer halben Million Einwohner sind dies sogar 28 Prozent.

Außer Kopfschmerzen (22 Prozent), Schlaflosigkeit (19 Prozent) und Nervosität (18 Prozent) führen Betroffene Tinnitus (neun Prozent) Bluthochdruck und Schwerhörigkeit (jeweils vier Prozent), in seltenen Fällen auch Magengeschwüre und Herzinfarkte auf Lärm zurück.

Fast die Hälfte derjenigen, die unter Lärm leiden, sieht diesen als Auslöser für eine Befindlichkeitsstörung oder eine Krankheit. Häufigste Lärmquelle ist der Autoverkehr, gefolgt von Baulärm und Lärm am Arbeitsplatz. Der zuletzt häufiger thematisierte Fluglärm folgt erst auf Rang fünf hinter dem Lärm durch Nachbarn.

Immerhin 37 Prozent derjenigen, die sich durch Lärm belästigt fühlen, haben bislang noch nichts dagegen unternommen. 25 Prozent hatten sich bei den vermeintlichen Auslösern beschwert. Fast jeder Fünfte ist deshalb in eine ruhigere Gegend gezogen. Deutlich wird, daß es zwischen den Generationen unterschiedliche Wahrnehmungen gibt: 34 Prozent aller Befragten, besonders aber die Älteren, fordern verschärfte Lärmschutzbestimmungen.

42 Prozent, hier besonders die Jüngeren, halten Lärm dagegen für kein Problem. Weitgehend einig sind sich die Generationen wenigstens in der Einschätzung, daß Lärm von jedem anders empfunden wird - dieser Aussage stimmten 86 Prozent zu.

Ärzte Zeitung, 27.04.2004

http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/04/27/077a0801.asp?cat=/medizin/stress

 

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