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Umweltbundesamt Umweltmedizinischer Informationsdienst 1/2003, auf der Homepage seit dem 27.04.2004

Umweltbundesamt Umweltmedizinischer Informationsdienst 1/2003

Bereits geringfügige Verbesserungen der Luftqualität können sich positiv auf die Gesundheit auswirken

        Vorstellung der ersten Ergebnisse der europäischen APHEIS-Studie auf einer internationalen Pressekonferenz am 31.10.2002 in Saint Maurice, Frankreich –

Das vom Generaldirektoriat für Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission (DG Sanco) geförderte Projekt APHEIS (Air Pollution and Health: A European Information System) hat das Ziel, ein epidemiologisches Überwachungssystem für den Themenschwerpunkt Luftverunreinigungen und öffentliche Gesundheit in Europa zu schaffen. An dem Projekt sind das Europäische Zentrum für Umwelt und Gesundheit der WHO in Bonn, das EU-Forschungszentrum in Ispra, die Europäische Umweltagentur in Kopenhagen und diverse lokale Umwelt- und Gesundheitsbehörden beteiligt. Eine nähere Beschreibung des Projektes ist bereits im UMID 1/2002 erschienen.

Trotz strengerer Emissionsstandards, intensiverer Kontrollen und der Reduzierung bestimmter Luftverunreinigungen beeinträchtigen immer noch bestimmte Luftschadstoffe, wie z.B. Schwebstaub, die Gesundheit des Menschen. Hier sind es vor allem die feinen und feinsten Anteile des Schwebstaubes. Dies geht aus den ersten Ergebnissen bezüglich der gesundheitlichen Abschätzung von Feinstaubbelastung innerhalb des APHEIS-Projekts (siehe auch http://www. apheis.net) hervor, die auf einer internationalen Pressekonferenz am 31.10.2002 in Saint Maurice, Frankreich, vorgestellt wurden.

Am Projekt sind 26 Städte aus 12 Staaten der WHO Region Europa beteiligt (Athen, Barcelona, Bilbao, Bordeaux, Bukarest, Budapest, Celje, Krakau, Dublin, Göteborg, Le Havre, Lille, Ljubljana, London, Lyon, Madrid, Marseille, Paris, Rom, Rouen, Seville, Stockholm, Strassburg, Tel Aviv, Toulouse und Valencia). Festgestellt wurde, dass die Schwebstaubbelastung innerhalb Europas beträchtlich variiert. Die durchschnittlichen Feinstaubkonzentrationen mit einer Partikelgröße unter 10 µm (PM10) liegen zwischen 14 und 73 µg/m³, die Feinstaubkonzentrationen mit einer Partikelgröße unter 4 µm („black smoke“) betragen zwischen 8 und 66 µg/m³.

Zur Schätzung der gesundheitlichen Risiken durch Feinstaubbelastungen wurden unterschiedliche Szenarien bezüglich der Senkung der Konzentration berechnet. Hiermit konnte u.a. gezeigt werden, dass auch die Reduzierung der PM10- Konzentration um lediglich 5 µg/m³ einen positiven Effekt im Sinne geringerer Krankheits- und Sterbefälle hat.

Bis 2005 will die EU ihren Mitgliedstaaten Zeit geben, die Feinstaubkonzentration auf 40 µg/m³ herabzusetzen; eine Senkung auf 20 µg/m³ ist bis 2010 vorgesehen (Richtlinie 1999/30/EG des Rates vom 22.04.1999 über Grenzwerte für Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide, Partikel und Blei in der Luft). Für die Zukunft plant APHEIS eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, um die Kosten von Umweltmaßnahmen kalkulieren zu können.

APHEIS, das derzeit als Pilotprojekt bis 2004 befristet ist, eröffnet bei einer Fortführung auch deutschen Städten die Möglichkeit einer Beteiligung. Zu gegebener Zeit wird hierzu im UMID eine Information erscheinen.

Kontaktadresse

Dr. Hans-Guido Mücke, Umweltbundesamt, WHOKooperationszentrum zur Überwachung der Luftqualität und Bekämpfung der Luftverschmutzung, Corrensplatz 1, 14195 Berlin, Tel.: 030 8903 1281, Fax: 030 8903 1283, E-Mail: hans-guido.muecke@uba.de

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