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Pressemitteilung vom 31.07.2003, auf der Homepage seit dem 31.07.2003

Pressemitteilung vom 31.7.2003

In blinder Gutachtergläubigkeit Tod von A 40-AnwohnerInnen fahrlässig in Kauf genommen?

39-seitige Einwendungsschrift zum A 40-Schadstoffgutachten eingereicht

Zur gestrigen positiven Entscheidung des Rates der Stadt Bochum zu den Schadstoffgutachten bez. des sechs-streifigen Ausbaus der A 40 in Bochum-Wattenscheid und für den Neubau der A 44 – Querspange Bochum erklären die Sprecher der BI Wolfgang Czapracki-Mohnhaupt und Eckhard Stratmann-Mertens

Gestern hat die Bürgerinitiative Bochum gegen die DüBoDo fristgerecht ihre Einwendungsschrift gegen die neu vorgelegte Schadstoffunterlage zum Ausbau der A 40 in Bochum-Wattenscheid eingereicht. In 124 Punkten auf 39 Seiten haben wir in zahlreichen Fällen aufgedeckt, dass das Gutachten gegen den Stand der Wissenschaft verstößt und systematisch methodische Tricks und Manipulationen anwendet. Alle diese Tricks folgen der Logik, die zu erwartenden Schadstoffimmissionen herunterzurechnen, um die geplante Baumaßnahme in die Nähe der Genehmigungsfähigkeit zu rücken.

Wir haben die Mitglieder der Ausschüsse für Umwelt und für Stadtentwicklung und Verkehr auf die Fehlerhaftigkeit des Schadstoffgutachtens hingewiesen und die mangelnde Vertrauenswürdigkeit der Gutachter vor Augen geführt:

Beispiel 1: Willkürliche Herunterrechnung der Vorbelastung mit Schadstoffen an der A 40

Beispiel 2: Zu niedrig angesetzte Verkehrsdaten für den Planfall

Beispiel 3: Der Zaubertrick mit dem sog. Nullfall.

Schadstoffzunahme an der A 40 und A 44: eine Frage von Leben und Tod

Das Landesinstitut NRW für den Öffentlichen Gesundheitsdienst kam im Jahre 2002 zu dem Ergebnis:

“Nach unserer Abschätzung starben 1999 in NRW deutlich mehr Personen durch straßenverkehrsbedingte Luftverunreinigung als durch Straßenverkehrsunfälle.” (Info-Brief 3/02) Laut Dr. Winter vom Städtischen Gesundheitsamt starben zuletzt ca. 1000 Menschen in NRW durch Straßenverkehrsunfälle; d.h. deutlich mehr als 1000 Menschen starben durch Schadstoffabgase infolge Straßenverkehrs. Dass die A 40 -“Europas meistbelastete Autobahn” - in besonderer Weise lebensgefährdend ist, steht dabei außer Zweifel.

Fahrlässige Mitverantwortung für den Tod von A 40-AnwohnerInnen?

Es ist erschreckend zu sehen, wie die städtische Verwaltung und die großen Fraktionen des Rates die bisher ungeklärten Fragen übergehen, diesen Fragen ausweichen und offenkundige Fehler der Gutachter übernehmen, nur um die geplanten Baumaßnahmen durchzuwinken. Die Verantwortung für Leben und Gesundheit der BürgerInnen in dieser Stadt wird dabei mit Füßen getreten.

Es stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen für die Planung und evtl. Durchführung der Baumaßnahme nicht sogar den Tod von AnwohnerInnnen an der A 40 in blinder Gutachtergläubigkeit fahrlässig in Kauf nehmen.


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